Wie Kinder lernen können, „Nein“ zu sagen

Coesfeld (jd). Ein lautes „Nein“ schallt gleichzeitig durch den Klassenraum. Die Klasse 4b der Lamberti-Grundschule singt mit Feuereifer ein Lied im Rahmen des Theaterprogramms „Mein Körper gehört mir“ und lernt dabei, dass man mit einem „Nein“ nicht nur seine Gefühle äußern, sondern auch darauf aufmerksam machen kann, dass man Hilfe braucht. „Die kleinen Stücke im Rahmen des Theaterprogramms dienen der Prävention sexuellen Missbrauchs“, erklärt Schulleiterin Michaela Ellerbrock den Hintergrund.

Die Darsteller der theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück zeigen Szenen, in denen Kinder in unangenehme Situationen geraten. „An bestimmten Stellen frieren sie ihr Stück ein und reflektieren gemeinsam mit den Kindern der vierten Klasse die Situation. So soll ihnen passendes Rüstzeug an die Hand gegeben und gezeigt werden, wo und wie man sich Hilfe holt“, so Ellerbrock weiter. Sie lernen zu sagen, wenn ihnen etwas nicht gefällt, wo und wie sie sich Hilfe und Trost holen können und dass ein Kloß im Hals verschwindet, wenn man über seine Probleme spricht.

Sowohl Eltern als auch Kinder würden das Projekt gut finden – trotz oder gerade wegen des heiklen Themas, so Michaela Ellerbrock. „Damit die Kosten sich für die Klassen in Grenzen halten, freuen wir uns, die Bildungsinitiative der VR-Bank Westmünsterland als Sponsor gewonnen zu haben.“ Für Sprecher Thomas Borgert eine Selbstverständlichkeit. „Genau für solche Projekte, die zudem ein solch hochaktuelles Thema an Schulen behandeln, ist die Bildungsinitiative gedacht.“

Im Anschluss an die Theaterstücke arbeiten die Kinder das Gelernte und Gesehene noch einmal in Ruhe im Unterricht auf.

Foto: Die Klasse 4b der Lamberti-Grundschule nimmt am Theaterprogramm „Mein Körper gehört mir teil“, das finanziell von der Bildungsinitiative der VR-Bank Westmünsterland unterstützt wird. Darüber freuen sich (h.v.l.) Thomas Borgert (VR-Bank), Klassenlehrerin Gaby Konrad, Schulleiterin Michaela Ellerbrock sowie Christian Berlin und Kathrin Marhofen von der theaterpädagogischen Werkstatt in Osnabrück. Foto: jd

(AZ-12.02.2020)

Februar 17, 2020